Digitale Modelldestination Ruhrgebiet und NRW

Open Data im Tourismus

53 Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben ein Ziel: Eine touristische Datenbank für alle!

Im Rahmen des Förderprojektes „Digitale Modellregion Ruhrgebiet“ erstellt die Ruhr Tourismus GmbH (RTG) gemeinsam mit den 53 Kommunen in der Region die touristische Datenbank „DestinationHub.Ruhr“, die den gesamten touristischen Content im Ruhrgebiet bündelt. Dazu gehört auch die Stadt Hamm und stellt für das Projekt die relevanten touristischen Daten als offene Daten (Open Data) zur Verfügung.

Ziel des Projektes ist es, Touristen und anderen Nutzern touristischer Daten stets aktuelle und vor allem einheitliche Informationen zur Verfügung zu stellen. Und zwar unabhängig vom Ausgabegerät – vom Smartphone bis zum großen Screen. Schließlich sind die Gäste heute digital vernetzt – jederzeit und überall. Informationen zu Ausflugszielen, Restaurants oder Sehenswürdigkeiten werden immer häufiger online recherchiert.

Damit alle Nutzer/ Kunden stets „auf dem selben Stand“ sind, werden einheitliche offene touristische Daten erzeugt. Der große Vorteil für den Betreiber eines touristischen Angebotes oder einen Veranstalter: Er muss nur einen Datensatz aktualisieren. Momentan suchen sich die großen Anbieter Google & Co ihre Daten mehr oder weniger willkürlich aus dem Netz zusammen, da bisher kaum strukturierte einheitliche offene Daten vorliegen. Der große Vorteil für die Gäste: Sie erhalten jederzeit aktuelle Informationen.

Um die Sichtbarkeit für eigene touristische Inhalte zu besitzen und damit die Sicherstellung der Datenqualität zu behalten, ist es notwendig, diese Inhalte für alle Akteure offen und frei zur Verfügung zu stellen (Open Data), sodass sie an den relevanten Kontaktpunkten des Gastes genutzt und angezeigt werden können. Am Ende existiert dann eine einheitliche Datenbasis, die Kommunikations- und Buchungsmöglichkeiten deutlich vereinfacht und die Sichtbarkeit der Metropole Ruhr deutlich verbessert. Die Kommunen können auf den für sie relevanten, gekapselten Content zugreifen und diesen auf eigenen Kanälen ausspielen oder an die Ruhr Tourismus GmbH oder Tourismus NRW im Rahmen von Open Data weitergeben.

In einem zweiten Schritt sollen die großen touristischen Partner aus Hamm, wie Maximilianpark, Maximare, Tierpark, Gustav-Lübcke-Museum und das CreativRevier Heinrich Robert ihre Daten eigenständig einpflegen.
 
Anwendungsbeispiele:

Im digitalen Reiseführer Reisekumpel“ werden die Daten erstmals nach diesem System ausgespielt .
Ein weiteres Beispiel ist die Veröffentlichung sämtlicher Weihnachtsmärkte im Ruhrgebiet auf den Seiten des TV NRW, die Daten stammen ausschließlich aus dem DestinationHub.Ruhr.

Alle touristischen Daten, die im DestiantionHub.Ruhr zugänglich gemacht werden, erfüllen folgende Kriterien:

  • hohe Qualität
  • möglichst offene Lizenzen (mindestens CC-BY-SA)
  • einheitliche maschinenlesbare Struktur
  • einheitliche Datenstandards
  • Interoperabilität der Daten

 Ziele der Digitalen Modelldestination NRW

Konzeption einer regionalen Datenarchitektur
Aufbau eines regionalen Datenhubs unter Beteiligung der touristischen Partner
Eindeutige Ausrichtung auf den Megatrend Digitalisierung
Enge Rückkopplung mit der Landestourismusstrategie
Erhöhung der Sichtbarkeit des Tourismusangebots der Metropole Ruhr auf der digitalen Landkarte
Erstellung authentischer Inhalte, die Reisemotivationen auslösen
Auswertung von Daten zur Optimierung der Nutzerorientierung
Aktualisierung der regionalen Contentstrategie und Vermarktung
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Exkurs Open Data

Offene Daten werden in Kommunen zunehmend als Chance gesehen. Diese Erkenntnis resultiert aus einer am 03.11.2022 veröffentlichte Studie der Bertelsmann Stiftung. Die Untersuchung wurde zusammen mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) durchgeführt.[1]

Als offene Daten bzw. Open Data werden Daten bezeichnet, die ohne Einschränkungen genutzt, wiederverwendet und verteilt werden können.[2]

Mögliche Mehrwerte von Open Data sind zum Beispiel die Herstellung von Transparenz, eine stärkere Beteiligung der Bürgerschaft vor Ort oder der bessere Austausch zwischen den Ämtern. Offene Daten haben für Städte und Gemeinden großes Potential. Sie können Entwicklungen, Probleme und ihre Lösung vergleichbar machen.

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[1] Die Studie „Kommunalbefragung Open Data 2022“ wurde im Auftrag der Bertelsmann Stiftung vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) erstellt. Für die Studie hat das Difu im Auftrag der Bertelsmann Stiftung rund 1.600 Kommunen in einem fünfwöchigen Zeitraum von April bis Mai 2022 kontaktiert. 345 Kommunen haben an der Befragung teilgenommen.

[2] Vgl. International Open Data Charter, (https://opendatacharter.net/, abgerufen am 14.11.2022).

Titelbild: © thodonal – stock.adobe.com

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