PROJEKTSTAND:
In Umsetzung
PROJEKTBESCHREIBUNG:
Das bewährte, rechnergestützte Verkehrsprognosemodell der Stadt Hamm, das bislang vor allem zur Prognose der KFZ-Ströme bei Neuansiedlungen und Veränderungen im Straßennetz genutzt wurde, soll um ein Radverkehrsmodell ergänzt werden und damit zum multimodalen Instrument für die Verkehrsplanung weiterentwickelt werden. Zugleich soll die Erfassung der Verkehrsdaten von der bislang aufwendigen, manuellen Beschickung von 120 Kfz-Zählstellen auf eine digitale Erhebung (z. B. durch Auswertung von Handy-Bewegungsdaten) umgestellt werden.
Auf der lokalen Ebene werden in Hamm in 2026 erstmals dauerhafte Zählstellen (‚Fahrradbarometer‘) an Radhauptrouten sowie wichtigen Ein- und Ausfahrtstraßen der Innenstadt eingerichtet. Die Zählstellen zeigen den tagesaktuellen und den Jahres-Zählwert sowie den prozentualen Anteil am Gesamtverkehr auf einem Display (Tafel od. Säule) an. Die Erfassung erfolgt mit Hilfe von Zählschleifen im Boden oder über Kameras (Erfassung über Wärmesensoren).
Für die Erhebung von Fahrgastzahlen im ÖPNV hat der Zweckverband Mobilität Ruhr-Lippe (ZRL) eine Förderung für die Ausstattung von Bussen mit einem automatischen Fahrgastzählsystem (AFZS) ins Leben gerufen und stellt hierfür ein westfalenweites Hintergrundsystem zur Verfügung. Darüber hinaus erprobt der ZRL in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Hamm derzeit die anonymisierte Erfassung des Umsteigeverhaltens über den Einsatz von Sensoren.
PROJEKTBETEILIGTE:
Stadt Hamm, Regionalverband Ruhr (RVR), Stadtwerke Hamm, Zweckverband Mobilität Ruhr-Lippe (ZRL)
MEILENSTEINE:
Sachstand des regionalen Verkehrsmodells des RVR:
– 2022: Beginn der Arbeiten
– 2023:
– Einbeziehung der Stadt Hamm als Modellkommune für die digitale Radverkehrserfassung
– Einbeziehung des Wirtschaftsverkehrs
– 2024: Beginn der Erprobungsphase
– Ende 2025: offizieller Start des RVR-Verkehrsmodells
– 2026: Umsetzung Pilotprojekt Radverkehrsmodellierung RVR / Hamm
Maßnahmen Stadt Hamm:
– 2025:
– Vorbereitung Einrichtung digitaler Radzählstellen
– Ankauf von Bewegungsdaten von Radfahrern aus dem Projekt STADTRADELN
– Bereitstellung der automatischen Fahrgastzählsysteme für den ÖPNV
– 2026:
Start Pilotprojekt zur anonymisierten Erfassung des Umsteigeverhaltens des ZRLs
Für weitere Informationen zu den zutreffenden Nachhaltigkeitszielen, klicken Sie auf die entsprechende Kachel.
Vorteile & Herausforderungen
Vorteile
- Flächendeckende Erfassung der Wege aller Verkehrsteilnehmenden im Stadtgebiet
- Erstmals Erfassung der umweltfreundlichen Verkehrsmittel
- Grundlage für verkehrsträgerübergreifende Verkehrsprognosen
- Die Datenerfassung wird aktueller und weniger aufwendig als bei der Bedienung der bisherigen Zählstellen
HErausforderungen
- Die Erfassungsmethoden sind allesamt noch in der Erprobungsphase. Die Auswahl eines geeigneten Erfassungssystems ist daher eine Herausforderung
- Am Markt gibt es bislang noch kein Prognose-Tool für den Radverkehr. Es muss mit einem Anbieter am Beispiel Hamm modellhaft entwickelt werden